Heilpflanzen - A

Ackerschachtelhalm – Agropyron repens | Adlerfarn | Alant, echter – Inula Henelium (Körbchenblütler) | Aloe – Aloe vera – Aloegewächse | Apfelbaum - Pyrus malus L. | Arnika – Arnica montana (Körbchenblütler) Arnica | Artischocke – Cynara cardunculus | Augentrost - Euphrasia officinalis, rostkoviana (Rachenblütler) |

   

Inhaltsstoffe: Ackerschachtelhalm enthält Flavonoide und Kieselsäure.

Allgemeine Verwendungsarten: Er hat eine zusammenziehende und deshalb festigende Wirkung auf das Bindegewebe. Wirkt leicht harntreibend. Deshalb wird er bei Harnwegserkrankungen oder Nierengrieß angewendet.

 
 
   

Bäder: Abkochung von Farnkraut, dann Bad für rheumatische Erkrankung nehmen.

Einreibung: Farnkrautblätter oder –wurzeln zerhacken. Mit Weinessig übergießen und drei Tage stehen lassen. Dann den Essig abgießen und in einem geschlossenen Gefäß aufbewahren.

Einreibemittel gegen Rheumatismus.

Farnkrautsäckchen: Das Kraut trocknen. In Leinensäckchen tun. Am Leib tragen oder ins Bett legen.

 
 
   

Alet – Edelherzwurz – Altwurzel – Brustalant – Großer Heinrich – Gottesauge – Odinskopf – Helenenkraut

Vorkommen: Stammt aus Italien und dem Balkan. Verlangt guten Boden und wird bei uns in Gärten angebaut.

Anbau: in 40 bis 60 cm Abstand anpflanzen. Ernte im zweiten Jahr. Kann durch Stockteilung vermehrt werden.

Erntezeit: Herbst

Verwendete Organe: getrockneter Wurzelstock und die Wurzeln

Wirkstoffe: ätherische Öle und Harz.

Allgemeine Verwendungsarten: stark anregend auf die Verdauungssäfte, leicht harntreibend, lösend und auswurffördernd bei Bronchialkatarrh.

Spezielle Anwendungen:
Tinktur: 3 bis 4 mal täglich 30 bis 40 Tropfen, mit etwas Wasser verdünnt

Tee: ½ Teelöffel kleingeschnittene Wurzel mit ½ Liter Wasser zum Sieden erhitzen und dann ziehen lassen.

Menstruationsfördernder Tee: 50g Andornkraut und 50g Alantwurzel vermischen. Den Tee 10 bis 12 Minuten ziehen lassen. Täglich ca. 2 Tassen davon trinken.

Pulver: messerspitzenweise gegen Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden.

Inhalation: der Tinktur bei zähem Bronchialkatarrh

Wesen der Pflanze: “Inula” bedeutet lateinisch reinigen, ausleeren. “Helenium” von griech. “Sonne”.
Die Blüten erinnern an die Sonne. Die großlappigen Blätter verweisen auf die Heilwirkung auf ähnlich aussehende Organe wie Leber und Lunge.
Die Pflanze wärmt die Seele und hellt mit ihrer Sonnenkraft die Stimmung auf.

Kontraindikationen: Alant nicht in der Schwangerschaft anwenden: uteruserregende Wirkung möglich.

 
 
   

Wüstenlilie – Barbados-Aloe

Vokommen: In Süd- und Westafrika, in Südeuropa, zunehmend auch in südlichen Gegenden Mitteleuropas

Erntezeit: die Blätter können das ganze Jahr über gesammelt werden. Blütezeit ist Juni. Beste Erntezeit: Bei zunehmendem Mond in einem Wasserzeichen. Immer die älteren Blätter ernten.

Verwendete Organe: die Blätter

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Harze, Vitamine, Mineralstoffe, Saponine, Lignine u. a.

Allgemeine Verwendungsarten:
Die Schleimstoffe regenerieren die Haut und sind wundheilend. Schützt vor Austrocknung, Hitze oder Strahlenschäden. Empfehlenswert nach Krebsbestrahlung oder Laserbestrahlungen. Ist gut für empfindliche Vagina.

Spezielle Anwendungen:

Gel: Aloe-Blatt schälen. Alle gelben Anteile entfernen. Grob zerteilen, dann gut pürieren. Haltbar bei Kühlung ein bis zwei Tage. (Möglichkeit, kleine Portionen einzufrieren.

Vaginalpflege: Gel auf die gereizte Haut am Scheideneingang auftragen.

Tee: Absud von Aloeblatt verkocht mit einem Teelöffel voll Honig ist gut gegen Hitzebläschen im Mund und innere Hitze. Ist auch magenschonend.

Auflagen: In Aloewasser getauchte Leinenläppchen sind gut gegen eitrige Wunden, hartnäckige Geschwüre, fauliges Fleisch. Die Läppchen drauflegen und festbinden.

Pulver: Damit sich auf Wunden leichter neue Haut bilden kann, streut man Aloepulver auf sie und befestigt darüber ein Läppchen.

Bäder: Entzündete Augen mit Aloewasser kühlen und sie darin baden.

Tinktur: Hämorrhoiden werden durch Aloetinktur „fließend“ gemacht.

Wesen der Pflanze: „Aloe: Das mächtigste Liliengewächs, von jupiter- und marhaftem Einschlag. Mit wuchtiger, angeschwollener, schleimsafterfüllter, jedoch an der Peripherie verhärteter Blattbildung lebt diese sukkulente Pflanze in trocken-heißer Landschaft, lange Zeit ätherisch-gestaut, bis die Entspannung in die feurige Blütenrakete erfolgt.“ (Wilhelm Pelikan, Heilpflanzenkunde 1958)

 
 
   
  

Vorkommen: Als Kulturbaum in Gärten, Anlagen etc.

Verwendete Organe: Blüte und Frucht

Erntezeit: Blüten im Mai, Früchte von August bis Oktober

Allgemeine Verwendungsarten: beruhigende, stärkende Wirkung

Spezielle Anwendungen:

Essen: Vor dem Schlafengehen einen Apfel essen, hilft gegen Nervosität.

Rohe, geraffelte Äpfel sind ein ausgezeichnetes Mittel gegen Durchfälle bei Kleinkindern.

Essig: Täglich dreimal einen Löffel Apfelessig in einem Viertel Wasser trinken ist sehr gut gegen Schlagflüsse.

Tee: Apfelschalen nie wegwerfen. Trocknen. Daraus einen Tee bereiten.

Fiebertee: Dürre Apfelschalen, frische Melissenblätter (10g) mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen.

Etwas Zitronensaft, Zimtstengel und Honig beifügen.
Dieser Tee ist sehr durststillend, erfrischend. Er reinigt das Blut, bildet neues Blut und stärkt den ganzen Organismus.

Er ist daher besonders blutarmen Kindern und nervösen Menschen zu empfehlen.

Noch besser ist der Tee von ganzen Äpfeln. Ungeschälter Apfel in kleine Stücke oder Scheiben schneiden. Mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 2 Stunden an einem warmen Orte ziehen lassen.

Für geistig arbeitende Menschen und nervös angestrengte Menschen ist dieser Tee Gold wert.

Apfelwein: Gut gegen Spul- und Bandwürmer, gegen Fettleibigkeit

 
 
   

Wohlverleih – Fallkraut – Gemsblume – Marienkraut – Stichwurz – Wolferlei – Gemswürze – Bergwohlverleih – Engelskraut – Kraftwurz – Wundkraut

Vorkommen: im Jura von 1000 bis 2800 m, sonst vor allem in den Alpen, humöse Böden, In Norddeutschland häufig auch in der Ebene.
Im ersten Jahr Bildung einer Grundrosette, im zweiten Jahr Blütenstängel, Blütezeit Juli/August

Erntezeit: zur Blütezeit im Juli, August. Trocknung am Schatten möglichst rasch. Wurzelstockernte im Herbst.

Verwendete Organe: Entweder die ganzen Blütenköpfe oder nur die ausgezupften Einzelblüten ohne den grünen Hüllkelch – frisch oder getrocknet.
Manchmal auch der Wurzelstock (1941)
Blüte (im Schatten rasch trocknen), Juni und Juli sammeln, Wurzel, im März und April sammeln (1911)
Nur Anbauware sammeln. Die Tinktur zum äußerlichen Gebrauch wird aus der ganzen blühenden Pflanze ohne Wurzel gewonnen. Die homöopathische Tinktur wird aus dem getrockneten Wurzelstock hergestellt (Margret Madejsky, 2008)

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Cumarine, Flavonoide, Harz, Bitterstoffe, Saponine

Allgemeine Verwendungsarten: Als Heilmittel für Wunden aller Art ist Arnikatinktur bekannt und geschätzt. Außerdem belebt oder beruhigt sie. Sie reizt die Haut und befördert die Blutzufuhr.
In homöopathischer Form bewährt bei Traumen aller Art. Vor- und Nachsorge von Operationen, bei Geburtsblutungen.

Spezielle Anwendungen:

Tinktur: bei Quetschungen, blutunterlaufenen Stellen, Verstauchungen, Schürfungen, Beulen, Geschwülsten, aufgerittenen oder aufgelegenen Körperstellen.(Ein Esslöffel Tinktur auf ¼ l Wasser)
Zur Beruhigung bei plötzlichem Schrecken, erlittenem Fall, Schlag oder Stoß.
Bei Magengeschwüren stündlich eine Mischung von 3 Tropfen Arnikatinktur mit 3 Esslöffeln Wassern zu sich nehmen.
Arnikatinktur vermischt mit Birkenwasser (zu gleichen Teilen) ist ein vorzügliches Haarwasser. Kopfhaut täglich mit dieser Mischung einreiben. Der Haarboden wird gestärkt, der Haarwuchs gefördert, Kopfschuppen werden beseitigt (1911)
Gutes Gurgelmittel bei Entzündungen der Mund – und Rachenhöhle (20 Tropfen auf 1 Glas Wasser)
Homöopathische Kügelchen: als Hausmittel gegen Herzbeschwerden und Herzschwäche eignet sich Arnica D 3 am besten (Robert Quinche)
Direkt nach der Geburt: Arnica C30 (Margret Madejsky)

Auflagen:
Arnika-Auflagen werden kalt angewendet gegen Herzbeschwerden, Gelenkentzündungen, Blutergüsse, Quetschungen und Verstauchungen.

Heiße Anwendungen  bei chronischer Artritis und bei Gelenkschmerzen.

Zubereitung: Ein bis zwei Tee-Löffel Arnika-Tinktur mit einem Viertel Wasser vermischen. Lappen eintunken und auf betreffende Stelle auflegen.
Sobald der Lappen warm wird, neuen Lappen tränken und verwenden.

Nie auf offene Wunden legen.

Gel, Salbe: äußerlich angewandt, ist Arnika bei Entzündungen am Scheideneingang und im Dammbereich hilfreich (Combudeoron-Gel von Weleda)
Handelsprodukte: Arnikablüten ganz, Arnikatinktur, Arnica planta tota (Globuli ab D2, Wala) , Arnika-Gelee (Planta tota, Weleda), Arnika-Salbe 30 oder 10 Prozent, Weleda

 
 
   

Artischocke – Cynara scolymus (Körbchenblütler)
Artichaut

Gemüsedistel

Verwendete Organe: Blätter, Wurzeln, ‚Böden’

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Bitterstoffe (bis zu 6 %), Gerbstoffe, Vitamin A

Allgemeine Verwendungsarten: hilft Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber

Fördert den Gallenfluss. Regeneriert und schützt die Leber. Senkt das Blutfett. Regt den Appetit an. Gut gegen Blähungen. Hilft bei Übelkeit während einer Chemotherapie. Ist Arteriosklerose-Prophylaxe.

Spezielle Anwendungen:

Aperitif: Durch Anregung von Leber, Gallenförderung und Regenerierung von Leberzellen lässt sich die Verwendung der Artischocke zu verdauungsfördernden Apéritifs erklären.

Urtinktur: Verdauungsfördernd, Förderung von Gallefluss und Gallenbildung, 2-3 mal täglich 5-10 Tropfen vor oder nach dem Essen

Wesen: Ausschweifung, Selbstbeschränkung (R. K.)

Kontraindikationen: Gallensteine, Korbblütlerallergie, Gallenwegsverschluss

 
 
   

Augenblust, Hirnkraut, Hungerblümli, Ziegenkraut

Vorkommen: auf sonnige, trockenen Wiesen und Berghängen, auf Weiden und schattigen Rainen

Erntezeit: Juni bis September

Verwendete Organe: Blätter, Blüten

Inhaltsstoffe: flüchtige, allkalische Salze

Allgemeine Verwendungsarten: Für die Augen und die Schleimhäute

Spezielle Anwendungen:

Bäder: Bei Augenleiden die Augen in Absud öfter waschen. Einen Tropfen Urtinktur in ein Augenbadgefäß geben und die Augen darin baden.

Pulver: Pulverisierte Blätter – ein bis zwei Messerspitzen – in Flüssigkeiten geben. Stärkt den Magen, regen die Verdauung wegen der Bitterstoffe an.

Saft: Saft, in die Augen geträufelt, klärt diese.

Wein: Im Herbst eine Handvoll Blätter in einem Liter Süßmost gären lassen. Solchen Wein längere Zeit trinken, „lässt kranke Augen wunderbar genesen“

Umschläge: Läppchen in Absud tauchen. Dieses nachts auf die Augen legen.

Urtinktur: 1-3 mal täglich 2-5 Tropfen nehmen.

Wesen: Blick für das Naheliegende, Sinnfindung

 
 



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